Vergessene Tierherzen 7Berge e.V.

"Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier."

Die kleine Nala

Am Freitag, 22.12.2023, bekam der Gronauer Tierschutzverein Vergessene Tierherzen 7Berge einen Anruf von einer ansässigen Tierärztin. Bei ihr war gerade ein Hund abgegeben worden, der verletzt sei und in schlechtem Zustand in Eddinghausen gefunden worden war. Sie werde den Hund erst einmal erstversorgen, ob der Verein ihn dann aufnehmen könne und den Besitzer ausfindig machen kann. Dies wurde ihr zugesagt. Kurze Zeit später fuhr ein Mitglied hin, um erste Bilder für einen Aufruf zu machen und die ausgelesene Chipnummer, die aber leider nicht registriert war, für weitere Recherchen mitzunehmen. Man ging zunächst noch von einem ausgebüxten Hund aus, der dann einen Unfall gehabt hatte. Bei Durchsicht der Bilder kam dann aber schon der leise Verdacht auf, der Hund könnte ausgesetzt worden sein. Es handelte sich um eine Hündin, vermutlich American Pocket Bully. Die Hündin wurde zunächst auf ca. 5 Jahre geschätzt, bei näherer Untersuchung der Röntgenaufnahmen konnte man dann aber sehen, dass die Wachstumsfugen noch nicht geschlossen waren, das Wachstum also noch nicht abgeschlossen war. Damit war klar, dieser Hund ist noch unter einem Jahr, vermutlich nicht älter als 10 – 11 Monate alt.

Die Hündin hatte ein gebrochenes Hinterbein. Zudem zeigte sie massive Qualzuchtmerkmale wie verdrehte Schultern und Ellbogen, die nach außen zeigten. Bei dieser Rasse werden die Schultern auf breite Optik gezüchtet, damit der Hund ein breites, bulliges Aussehen hat. Auf Kosten der Gesundheit. Außerdem war die Hündin merlefarben, eine Genmutation, die bei falscher Verpaarung zu massiven genetischen Problemen führen kann. Sie hatte Schürfwunden im Bereich des Kopfes und des Ohres sowie ein Hämatom auf der Stirn. Die Haut war stark entzündet, ebenso die Ohren, außerdem war ein deutliches Herzgeräusch zu hören, sie war stark abgemagert und dehydriert. Damit war auch klar, dass dieses Häufchen Elend, das kaum 10 kg wog, nicht in der Auffangstation untergebracht werden kann und Intensivbetreuung benötigt. Eine Pflegestelle wurde zum Glück schnell gefunden.        

Als die Hündin nachmittags nach einiger Zeit an der Infusion etwas stabiler war, holte die Pflegestelle sie ab. Die ersten Videos vom Gangbild wurden gemacht und waren so alarmierend, dass die Hündin sofort ins Auto gepackt und in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover gefahren wurde. Dort wurde sie weiter mit Schmerzmitteln über den Tropf versorgt und blieb über Nacht, damit am nächsten Tag weitere Untersuchungen durch den Kardiologen gemacht werden konnten. Für die Versorgung des Beinbruchs müsste sie in Narkose gelegt werden und dafür musste erst einmal sicher gestellt werden, dass sie eine Narkose überhaupt übersteht.      

Der Verein machte zwischenzeitlich Aufrufe über soziale Medien, wer den Hund kenne oder Hinweise zum Halter geben könne. Der Beitrag wurde hundertfach geteilt und sorgte deutschlandweit für Entsetzen in Hunde- und Tierschutzkreisen.       

Leider hatte der Kardiologe dann keine guten Nachrichten. Das Herz war leider so stark missgebildet und geschädigt, dass Nala, wie der Tierschutzverein die Hündin nannte, keine Chance hatte, eine tiefe Narkose zu überstehen. Daher entschloss sich der Verein schweren Herzens, die Hündin einschläfern zu lassen. Die Pflegestelle und zwei weitere Personen waren vor Ort, um das Tier nicht allein zu lassen.       

Der Tierschutzverein wird Strafanzeige gegen Unbekannt stellen und auch das Veterinäramt einschalten. Nala war durch unkontrollierte Zucht gesundheitlich so stark geschädigt, dass sie nie eine reelle Chance auf ein schmerzfreies, gesundes Leben hatte. Wer Hinweise geben kann auf den Besitzer oder Züchter der Hündin, wendet sich bitte an den Tierschutzverein Vergessene Tierherzen 7Berge unter vergessene-tierherzen-7berge@gmx.de oder an Ana Roth unter 0177 4454110.


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